© Philipp Steil * 2013 Erstellt mit MAGIX 90er Jahre Lenco L70 MK V ... Oldie but goodie... Man sieht sie nicht mehr gar so oft. Gerade die Dreher vom Typ L70 haben nun mal inzwischen gut 40 Jahre "auf dem Buckel" - und wenn sie nicht gerade auf einem Dachboden vor sich hin schlummern, so hat wohl manches Exemplar in einem Container auf dem Wertstoffhof seine letzte Ruhestätte gefunden - und das haben sie eindeutig nicht verdient! Den L70 gab es etwa zwischen 1962 und 1967 in verschiedenen Ausführungen - dieser hier (Version MK V.2) dürfte Mitte der 60er Jahre entstanden sein. ! Ein Gegengewicht für den Tonarm hat der L70 nicht - der nötige Gegendruck für das Gewicht von Tonarm und (unterschiedliche) Systemen wird durch Federkraft erzeugt und durch die Schraube hinten am Arm reguliert. Die Headshell ist aus Bakelit und abschraubbar. Ein Gegengewicht für den Tonarm hat der L70 nicht - der nötige  Gegendruck für das Gewicht von Tonarm und (unterschiedliche)  Systemen wird durch Federkraft erzeugt und durch die Schraube  hinten am Arm reguliert. Die Headshell ist aus Bakelit und abschraubbar. Es können Systeme im 1/2" Standard montiert werden. Bedient wird der Lenco komplett über den Einstellhebel - schwenkt man ihn auf die "ON"-Position, wird der Motor eingeschaltet und der Plattenteller beginnt sich zu drehen. Nachdem der Tonarm von Hand in die Aufsetzposition bewegt wurde, schwenkt man den Hebel auf "PLAY" wodurch der Tonarm abgesetzt wird. Eine Endabschaltung oder Rückführung des Tonarmes gibt es nicht - er muss am Ende der Rille wieder wieder abgehoben und von Hand auf die Ablage gesetzt werden.  Geschwindigkeitseinstellung in 4 Stufen der L70 mit abgenommenem Plattenteller Der L70 verfügt über 4 (!) Geschwindigkeiten - ausser den üblichen Einstellungen auf 33 1/3 und 45 U/Min. können hier noch 16 und 78 U/Min. gewählt und somit auch die alten Schellack-Platten abgespielt werden. Wobei der Hebel auch zwischen den Raststellungen abgesetzt werden kann - die Verstellung funktioniert stufenlos! Der L70 wurde im Originalzustand oft mit einem Pickering-System ausgestattet - diesen habe ich mit einem Philips Super-M 400 bestückt, welches auch sehr gut zu dem Dreher passt. Technische Daten sind spärlich - die wenigen, die ich finden konnte:     Antrieb: Wechselstrommotor, 4-polig, mit konstanter Geschwindigkeit, 15 Watt     Geschwindigkeiten: 16, 33 1/3, 45, 78 - kann während des Abspielens (auch stufenlos) verändert werden     Plattenteller: 30 cm, Gewicht 4 kg, antimagnetisch, dynamisch ausgewuchtet     Gleichlaufschwankungen: < 0,2 % Lenco L 85 Das Geburtsdatum des Plattenspielers hat man freundlicherweise auf dem Boden hinterlassen: Es war der 07. Juni 1974 - womit der Lenco immerhin 35 Jahre alt ist - und man sieht es kaum! Was man allerdings sehr gut sieht, sind die 10 Jahre, die den L 85 vom L 70 trennen. Das Antriebskonzept ist vom Reibrad zum elektronisch geregelten Riemenantrieb gewechselt. Der Tonarm ist nicht mehr feder- sondern gewichtsbalanciert - sowohl was die Auflagekraft als auch die Skatingkompensation angeht. Der Plattenteller ist nicht mehr massiv - sondern in Sandwichbauweise - mehrschichtig - konstruiert. Technisch gut gelöst und optisch sehr ansprechend ist das Leuchtstroboskop. Es ist durch den gelochten Tellerrand sichtbar und ermöglicht ein zuverlässiges Erkennen der korrekten Drehzahl der Subteller aus Kunststoff mit dem Antriebsriemen und der Geschwindigkeitsumschaltung. Im Bild oben links ist zu sehen. Eingebaut ist hier ein Magnetsystem vom Typ ADC 220X mit sphärischem Abtastdiamanten. Rechts oben, bei abgenommenem Plattenteller, der Subteller aus Kunststoff mit dem Antriebsriemen und der Geschwindigkeitsumschaltung. Ein Teil der Motor-Regelelektronik ein Federelement Das Bild links oben, zeigt die Regelelektronik des L 85 - rechts oben sieht man eines der 4 invertierten Federelemente, die das Chassis tragen. Ein Blick auf die geöffnete Unterseite des Lenco. Die Aufteilung wirkt aufgeräumt und ist zweckmäßig: Der gummigelagerte Netztrafo wurde in maximaler Entfernung von Elektronik und Tonarmbasis untergebracht. Die Kabel "hängen" nicht herum sondern sind in Kabelbäumen gebündelt und befestigt. Die Platine mit der Regelelektronik ist (servicefreundlich) nach Entfernen eines Pfostensteckers und 2 Schrauben abnehmbar. Trafo und Antriebsmotor sitzen - zur Vermeidung von Netzstörungen - jeweils unter einer Metallhaube. Weitere technische Daten:     Antrieb: 16-pol. Synchronmotor, gekapselt, Kraftübertragung durch Flachriemen auf Subteller     Elektronische Endabschaltung mit Abheben des Tonarms     Tonarmlagerung: 4 Miniatur-Präzisionskugellager     Auflagekraft: Einstellbar von 0 - 5 g     Drehzahlen: 33 1/3 und 45 U/Min - Feinregulierung +/- 3 %     Gleichlaufschwankungen: +/- 0.08 %     Signal- /Rauschabstand: 63 dB     Plattenteller: 31,6 cm, 1,6 kg     Gesamtgewicht: 10,4 kg     Leistungsaufnahme: 12 W Lenco L 450... der Purist Deutlich jünger und einem völlig anderen Konzept entsprungen, ist der Lenco L 450 - gebaut seit 1987. Die Zarge ist aus Schichtholz (Multiplex) gefertigt und wahlweise in Nussbaum - oder schwarzem Holzfurnier erhältlich. Der L 450 macht schon äusserlich einen soliden Eindruck - was durch das Gesamtgewicht von ca. 11 kg noch bestätigt wird. Nach dem Abnehmen des 2,5 kg schweren Guss-Plattentellers findet man einen kleineren (ebenfalls Guss) Subteller, um den der Antriebsriemen gelegt ist. Plattenteller und Subteller zusammen wiegen ca. 3 kg - fast so viel wie bei den großen Dual-Treibradlern 1219/1229! Die Nenndrehzahl wird in ca. in etwa 2,5 Sek. erreicht und elektronisch konstant gehalten. Der Tonarm, wie auch die Steuerelektronik, wurde in der tschechischen Republik durch die Firma Tesla (Litovel) gefertigt und gilt als Vorläufer der heutigen Pro-Ject Serie. So wurden das Tonarmlager und die kardanische Aufhängung noch für die Baureihe Pro-Ject 1 und 1.2 nahezu unverändert übernommen. Auch der Antriebsmotor ist ein waschechter Tscheche: Er wird - erfreulicherweise - bis heute durch die Firma Regulace - Automatizace in Novy Bor, gefertigt und kann für ca. 440 tschechische Kronen (ca. 18 €) nachgekauft werden. Der Arm ist kardanisch aufgehängt und läuft horizontal wie vertikal mit Edelstahlspitzen in Saphiren gelagert. Die Ausbalancierung des Tonarms erfolgt über die beiden Gewichte hinten am Tonarm - für die Einstellung der Auflagekraft wird das kleine, seitliche Gewicht , verschoben. Dadurch dass es etwas tiefer angebracht ist, wird eine Verlagerung des Dreh-/Auflagepunktes des Tonarms, hin zur Position der Abtastnadel erreicht. Beim Lenco kommt das "klassische" Antiskating zum Einsatz, bei dem ein an einem dünnen Faden befestigtes Gewicht in verschiedene Ringnuten eingehängt wird und - abhängig von der Auflagekraft - den Tonarm nach aussen zieht. Die Headshell aus Aluminium ist abschraubbar - aber der Anschluss ist kein SME-Standard. Es können Tonabnehmersysteme in der üblichen 1/2" Größe angebracht werden. . Tonarmaufhängung und "klassische" Antiskating-Kompensation über Gewicht am Faden Kardanische Aufhängung mit Gegen- und Ausgleichsgewicht Der Tonarmlift des L 450 ist hydraulisch gedämpft und wird über einen Hebel manuell betätigt. Eine sinnvolle Einrichtung ist die elektrische Liftsteuerung, bei der man den Tonarm von Hand über die Einlaufrille führt und die Starttaste (für 33 oder 45 U/min) drückt. Dadurch wird der Motor gestartet und der Tonarm senkt sich ab - mit 3 Sekunden Verzögerung wird dann das Ausgangssignal freigeschaltet. Die Endabschaltung erfolgt berührungslos, indem ein - hinten an Tonarm angebrachter - Mitnehmer, in den Strahlengang einer Photozelle einschwenkt. Das Stahlchassis wie auch der Tonarm sind fest mit der Holzzarge verbunden. Eine Dämpfung gegen äussere Einflüsse findet nur über die 4 großen Gummifüße statt. Die korrekte Einstellung des Tonarms ist deutlich schwieriger als bei Dual-Tonarmen - einmal eingestellt überzeugt der leichte Tonarm (10g incl. Headshell) aber durch sehr gute Abtasteigenschaften. Motor mit Antriebsriemen der Magnetschalter für den Tonarmlift Tonkopf + Tonabnehmersystem Der Lenco ist natürlich auch nicht frei von Problemen. Eines entsteht dadurch, dass der Motor direkt und ohne jede zusätzliche Dämpfung, auf dem Chassis befestigt ist. Der hier eingesetzte Synchronmotor (Typ SMR 300-100) läuft zwar recht vibrationsarm, macht aber den Lenco grundsätzlich anfällig für Geräuschübertragung auf das Chassis. Ein "Tuning" ist recht einfach: Eine dünne, passend zugeschnittene Unterlage (z.B. Filz) unter den Motor und kleine O-Ringe unter die Schraubenhalterungen bringen eine deutlich wahrnehmbare Verbesserung. Dieses Exemplar hatte ein weiteres Problem: Der Magnetschalter für die elektrische Betätigung des Tonarmlifts besitzt - an der im Bild sichtbaren Druckplatte (oben, rechts) - eine "Schmierung", die sich im Laufe der Jahre in eine zähklebrige Masse verwandelt hatte und die Druckplatte festhielt. Hier war lediglich eine Säuberung und ein Auftragen des neuen Schmiermittels nötig. Schwieriger war dann schon die darauf folgende Neujustierung des Magnetschalters, damit der Tonarmlift die gewünschte Höhe erreichte. Schwierig wird es, wenn der - aus Zinkdruckguss hergestellte - Subteller, die Auflösungserscheinungen zeigt, die auch bei Modellbauern als Zinkpest bekannt und berüchtigt sind. Dieser Korrossionsvorgang zerstört das Material von innen heraus und führt  zu einem rissig werden und aufblähen - schlimmstenfalls zu völligem Zerbröseln. Bei diesem Exemplar war der Prozess noch am Anfang und äusserte sich letztlich durch einen Höhenschlag des Plattentellers. Subteller des L 450 mit Auflösungserscheinungen "Zinkpest" Thorens TD165 MK II Der TD165 MK II wurde 1976 auf den Markt gebracht als Nachfolger des - seit 1972 gebauten - TD165 und preiswertere Variante des Klassikers TD160. Gespart wurde hauptsächlich beim einfacheren Tellerlager und dem Tonarm (TP 11 statt TP 16) - während Antrieb, Subchassis, Plattenteller und die mechanische Drehzahlumschaltung vom TD160 übernommen wurden. Die Zarge in Mahagoni-Optik ist leider nur folienbeschichtet - die Gehäusefüßchen sehr klein ausgefallen. Hier hätte es dem optischen Gesamteindruck gut getan, etwas mehr Aufwand zu betreiben. ...die kardanische Tonarmaufhängung des TD 165 - in horizontaler Bewegungsrichtung mit einem Mikrokugellager und vertikal mit einen Spitzenlager ausgestattet. ... als Tonabnehmer kommt hier ein ELAC STS155-17 mit spärischem Abtastdiamanten zum Einsatz. Das Bild links oben zeigt die kardanische Tonarmaufhängung des TD 165 - in horizontaler Bewegungsrichtung mit einem Mikrokugellager und vertikal mit einen Spitzenlager ausgestattet.  Die Skatingkompensation funktioniert "klassisch" - mittels Zuggewicht am Nylonfaden. Die Einkerbungen an den beiden Haltebügeln stehen für unterschiedliche Auflagekräfte. Rechts oben der Thorens in Aktion - als Tonabnehmer kommt hier ein ELAC STS155-17 mit spärischem Abtastdiamanten zum Einsatz. Das Tonarmrohr besteht aus Aluminium und ist abnehmbar. Das Subchassis "schwabbelt" sehr viel mehr, als ich das von meinen Dual-Drehern kenne, die mit vergleichbarer Technik ausgestattet sind. Die Entkoppelung des Subchassis gegenüber Erschütterungen ist aber erstaunlich effektiv. Die Federung sollte bei älteren Exemplaren nachgestellt werden um unerwünschte, laterale Schwingbewegungen zu verhindern. Wie das gemacht wird, kann hier (externer Link) nachgelesen werden. Bei abgenommenem Plattenteller wird der Antrieb - Riemen über Subteller - sichtbar. Die Ansicht der geöffneten Unterseite - sie ist eher unspektakulär. Bei abgenommenem Plattenteller wird der Antrieb - Riemen über Subteller - sichtbar. Durch einen einfachen, mechanischen Umwerfer wird der Flachriemen jeweils auf den kleineren (33 U/Min) oder größeren (45 u/Min) Zylinder der Antriebsachse umgesetzt. Eine weitere Regelung der Umdrehungszahl ist nicht vorgesehen - der Motor läuft synchron zur Netzfrequenz. Die Ansicht der geöffneten Unterseite ist eher unspektakulär. Zu sehen ist das Doppelchassis aus Stahlblech - der innere Teil (Subchassis) trägt den Plattenteller und den Tonarm - schwingungsdämpfend aufgehängt über 3 kegelförmige Federelemente. Links oben befindet sich der Tonarm mit Liftmechanik und Anschlusskabeln, rechts oben ist die Unterseite des Antriebsmotors erkennbar. Antrieb: Über Flachriemen mit einstufiger Untersetzung, 16poliger Synchronmotor Plattenteller: 3 kg, 30cm Druchmesser, dynamisch ausgewuchtet, antimagnetisch Tonhöhenschwankungen: <= 0,06 % Tonarm: Typ TP 11 MKIII, Aluminium Anticorrodal, 8 mm Durchmesser Leistungsaufnahme: 5 Watt Gewicht: 8,5 kg Thorens TD 318 Etwa 10 Jahre trennen den TD 165 vom TD 318 - und einige Veränderungen. An Stelle des Stahlblech-Chassis findet sich jetzt ein zweigeteilter MDF-Korpus. Der bewegliche Teil des Chassis, auf dem sich Plattenteller und Tonarm befinden, ist durch Blattfedern mit dem festen Teil verbunden und schwingend aufgehängt. Die Stromversorgung erfolgt über ein separates Steckernetzteil (16V~) und der Synchronmotor wird über einen 2-Phasen-Generator elektronisch geregelt. Als Tonarm kommt jetzt ein TP21 zum Einsatz, als Standard- Tonabnehmer wurde häufig Ortofon mit der Nadel OMB 10 eingesetzt - welcher die Möglichkeiten des Tonarms nicht ausreizt. Es können Tonabnehmersysteme im 1/2" Standard mit Gewichten zwischen 2,5 und 8 Gramm montiert werden. Es können Tonabnehmersysteme im 1/2" Standard mit Gewichten zwischen 2,5 und 8 Gramm montiert werden. Die Tonarmaufhängung mit dem Ausgleichsgewicht für die Skating-Kompensation. Die Tonarmaufhängung mit dem Ausgleichsgewicht für die Skating-Kompensation. Hier ist gut zu sehen, dass Motor und Riemenscheibe durch das Subchassis vom Antriebsteller getrennt sind. Die geöffnete Unterseite des Thorens. Hier sind die 3 Blattfedern zu sehen, die das Subchassis mit dem Korpus verbinden  Im Plattenspieler integriert ist ein versenkbarer Einstelldorn, mit dem die korrekte Position der Abtastnadel (Überhang) geprüft und eingestellt werden kann. Die Tonarm-Aufhängung mit Einstellung für Auflagekraft und Antiskating - sowie das zweigeteilte und erschütterungsgedämpfte Gegengewicht. Die äusseren Abmessungen des PC 900 weichen vom gängigen "Rack-Maß" ab und liegen bei 47 x 16 x 36,5 cm. Es gibt allerdings auch keinen Grund den Spieler  zu verstecken - der große Plattenteller mit Lochrand (Stroboskop), der überlange Tonarm, das hochglanzpolierte Gegengewicht etc. - machen den PC 900 auch zum optischen Leckerbissen. Bild oben links: Hier ist gut zu sehen, dass Motor und Riemenscheibe durch das Subchassis vom Antriebsteller getrennt sind. Die Übertragung von Vibrationen, Rumpelgeräuschen oder Erschütterungen wird überraschend wirksam verhindert. Weder ein Klopfen gegen das Chassis noch leichte (Faust-) Schläge gegen das Rack können den Abtaster aus der Ruhe bringen. Durch Entfernen der Plastik-Abdeckungen links unten und rechts oben, werden die Einstellschrauben für die Blattfedern zugänglich. Bild oben rechts: Die geöffnete Unterseite des Thorens. Hier sind die  zu sehen, die das Subchassis mit dem Korpus verbinden. Rechts oben ist der Antriebsmotor zu erkennen und links oben die mit der optoelektronischen Endabschaltung. ELAC PC 900 Abgesehen von einer absoluten Rarität, dem ELAC 2000 E, repräsentiert das Paar PC900/910 die Spitzenklasse beim Plattenspieler-Programm der Firma ELAC. Die Modelle 900 und 910 sind nahezu baugleich und kamen 1979 auf den Markt. Der Unterschied besteht im aufwändigeren Antriebskonzept des PC 910. Hier kommt ein quartzgesteuerter Direktantrieb mit PLL-Steuerung zum Einsatz, während der 900er einen 16-poligen Präzisions-Direktantrieb mit manueller Pitch-Control besitzt. Antriebssystem: Thorens Riemenantrieb 16-pol. Synchronmotor für Niederspannung mit Beschleunigungskupplung für gleitenden Anlauf Geschwindigkeiten: 33 1/3 und 45 U/Min. Motorsteuerung: 2-Phasen Generator zur Synchronsteuerung Plattenteller: 2,7 kg, nichtmagnetischer Zinkspritzguß, dynamisch ausgewuchtet, 30 cm Durchmesser Tonhöhenschwankungen nach DIN - </- 0,04 % Rumpel- Fremdspannungsabstand nach DIN - > 50 dB Rumpel-Geräuschspannungsabstand nach DIN - > 70 dB Gewicht: 10,5 kg Der PC 900 ist ein Vollautomat. Die Start- Stop-Funktion wird über die große Schalterwippe links vorne gesteuert. Direkt daneben findet sich das Einstellrad für Drehzahl-Regulierung. Natürlich dann der PC 900 auch manuell bedient - und die Nadel mit Hilfe des Tonarm-Lifts sanft auf die Platte aufgesetzt werden. Die Erschütterungsdämpfung des Plattenspielers erfolgt über die 4 gefederten und verstellbaren Gehäusefüße. In der Bodenwanne findet sich zur Resonanzdämpfung ein zusätzlicher Belag aus Kautschuk. Ein Blick in's Innenleben... Links oben: Die Tonarm-Aufhängung mit Einstellung für Auflagekraft und Antiskating - sowie das zweigeteilte und erschütterungsgedämpfte Gegengewicht.  Rechts oben: Im Plattenspieler integriert ist ein versenkbarer Einstelldorn, mit dem die korrekte Position der Abtastnadel (Überhang) geprüft und eingestellt werden kann. Für den TD 318 mit System Ortofon OMB 10 betrug der Kaufpreis 1986 lt. unverbindl. Preisempfehlung 648,00 DM. Gleichlaufschwankungen -< 0,05 % WRMS / < 0,08 % DIN Rumpelgeräuschspannungsabstand - > 62 dB Wirksame Tonarmlänge - 240 mm Plattenteller - 320 mm Durchmesser, Aluminium-Verbund-Werkstoff Geschwindigkeiten - 33 1/3 und 45 U/Min Headshell abnehmbar, für Systeme im 1/2" Standard. ...ein Blick ins Innenleben des PC 900 Schön und gut... Grundig Fine Arts A-904  Qualität und Ästhetik sind kein Gegensatz - mit seiner mattschwarzen Alufront und den hochglanzlackierten Holz- Seitenteilen bietet der A-904 beides! Ein Blender ist er deshalb keineswegs - die "inneren Werte" sind mehr als überzeugend. Die frontseitigen Bedienungselemente sind übersichtlich: Lautstärke, Quellenumschaltung, 1. oder 2. Lautsprecherpaar, Loudness, Defeat, unter einer Klappe verborgen finden sich noch Klang + Balanceregler sowie ein Stereo-/Mono-Umschalter. Die Gehäuserückseite mit den Cinch-Eingängen und den Lautsprecher-Ausgängen. Eigentlich selbstverständlich: Solide Schraubanschlüsse für Lautsprecherkabel.  Ein Blick unter die Haube offenbart die "wahre" Herkunft des A-904: Dieser Grundig wurde bei Marantz gebaut! Genauer gesagt, bei Marantz - während der holländische Elektronik-Riese Philips die Oberhoheit hatte. Ähnlichkeiten mit Marantz/Philips-Verstärker aus dieser Zeit sind unübersehbar - bis hin zur Seriennummer mit den vorangestellten Buchstaben "MZ". Ansonsten findet das Auge des Betrachters viel erfreuliches: Bei den Elkos wurde ausnahmslos ELNA verbaut, für die Widerstände wurden rauscharme Metallschicht-Typen verwendet, ein streufeldarmer Schnittbandkern-Trafo sorgt für die nötige Leistung. Die Sorgfalt bei der Teilebestückung hat sich gelohnt: Die Rauschabstände des Verstärkers haben in seiner Preisklasse Maßstäbe gesetzt. Darüber hinaus ist der Grundig angenehm servicefreundlich: Durch eine "Wartungsklappe" an der Unterseite wird die gesamte Lötseite der Hauptplatine inkl. Endstufen-Transistoren zugänglich. Ein Teileaustausch ist damit ohne zusätzliche Demontagearbeiten möglich. Das Anschlussfeld des A-904: Alle Cinch-Eingänge sowie die Masseschraube für den Phono-Eingang haben eine Goldauflage. Das Anschlussfeld des A-904: Alle Cinch-Eingänge sowie die Masseschraube für den Phono-Eingang haben eine Goldauflage.     Klirrfaktor bei 1 kHz: </= 0,003 %     Intermodulation: </= 0,006 %     Geräuschspannungsabstand nach IEC bei Nennleistung: 103 dB (Hochpegeleingänge)     Geräuschspannungsabstand Phono-MM bei 5 Watt: 86 dB     Fremdspannungsabstand nach IEC bei Nennleistung: 100 dB (Hochpegeleingänge)     Leistungsbandbreite: 10 bis 80000 Hz     Dämpfungsfaktor: 100     Stereo-Übersprechdämpfung: 78 dB (Hochpegeleingänge)     Leistungsaufnahme (Leerlauf/Volleistung) = 25/450 Watt     Sinusleistung (Meßwert) bei 1 kHz an 4 Ohm: 2 x 161 Watt Technische Daten: Der A-904 wurde 1992 für ca. 800,-- DM verkauft. UHER PS-936 So richtig hatten die tangentialen Dreher eigentlich nie eine Chance, sich gegen die Konkurrenz mit den "klassischen" Tonarmen durchzusetzen - und das trotz nicht zu bestreitender Vorteile. Nun ja - auch Video 2000 konnte sich nie gegen VHS behaupten - obwohl es das eindeutig bessere System war. Nichtsdestotrotz gibt es neben einer Menge billigem Schrott bei den Tangentialen ein paar Modelle, die gut und bezahlbar waren - bzw. sind. Eines davon ist der Uher PS-936 - auch bekannt als SABA PSP-480 - oder Nordmende RP-1651 - und in wesentlichen Teilen offenbar verwandt mit dem deutlich teureren Luxman PX-101! Was sind nun eigentlich die Vorteile des Tangential- (oder Linear-) Tonarms? Prinzip bedingt entsteht bei der Abtastung der Platte durch einen fest montierten Drehtonarm  ein "tangentialer Spurfehlwinkel". Dieser Fehler ist nicht zu vermeiden, da diese Art von Tonarm beim Lauf über die Platte einen Kreisbogen beschreibt, wobei nur an 2 Punkten – den sogenannten Nulldurchgängen - das Abtastsystem parallel zur Rille steht. An allen anderen Stellen besteht eine mehr oder weniger große Abweichung - eben der besagte Spurfehlwinkel. Bei der Plattenherstellung wird der Schneidstichel jedoch tangential über eine lackbeschichtete Folie geführt, in welche die Ton-Information "eingeschnitten" wird – und läuft somit immer parallel zur Rille. Dieser Arbeitsweise folgen die Plattenspieler mit Tangential-Tonarm und wären damit - der Logik folgend - das bessere System! Da der Tonarm  mittels eines beweglichen Schlittens dem Rillenverlauf folgt, entsteht kein Spurfehlwinkel. Es entsteht auch keine Skating-Kraft, weshalb die Kompensation derselben entfallen kann. Darüber hinaus kann der Tonarm recht kurz konstruiert werden, was eine geringere bewegte Masse mit sich bringt. Damit genug der Theorie - zurück zum PS-936. Das Bild oben links zeigt die Tonarmkonstruktion. Der Arm mit System wird zunächst mittels hinten aufgesetztem Gegengewicht ausbalanciert. Dann stellt man die gewünschte Auflagekraft (hier 1,5 p) durch ein Schiebegewicht auf dem Tonarmrohr ein. Der Tonarm hat eine Schraubbefestigung für das Abtastsystem - was den Einsatz andere Systeme ermöglicht, jedenfalls solange das Gewicht stimmt. Original-System war das Audio Technica ATN-52 (rechts oben). ...das Innenleben des PS-936 Der PS-936 hat einen Direktantrieb mit elektronisch geregeltem Gleichstrommotor, die korrekte Drehzahl ist über ein Leuchtstroboskop einstellbar (links oben). Links unten der Uher mit abgenommenem Deckel. Man erkennt oben den Tonarmschlitten, in der Mitte den Direktantrieb auf der Reglerplatine und links unten die Steuerungs- und Regelelektronik für die Tonarm- und Tastenfunktionen. Techn. Daten:     Antrieb: Direkt mit Gleichstrommotor     Plattenteller: Aluminium-Legierung, Spritzguß, 295 mm Durchmesser, 0,8 kg     Geschwindigkeiten: 33 1/3 und 45 U/min     Gleichlaufschwankungen: +/- 0,055 % WRMS     Rumpel-Geräuschspannungsabstand: 65 dB     Tonabnehmersystem: TH 52 mit Abtastnadel ATN 52, empfohlene Auflagekraft 1,2 - 1,8 g     Systemgewicht: 4 - 10 g     Leistungsaufnahme: 9 W     Gewicht: 7,3 kg Der Uher wurde zwischen 1983 und 1985 für 498,00 DM verkauft. Bleibt zum Schluss noch die Frage: "Wer hat's erfunden?"  Die Schweizer waren es jedenfalls nicht - es steht wohl ausser Frage, dass der Dreher in Japan entstanden ist. Eine gewisse Ähnlichkeit beim Tonarm habe ich beim Mitsubishi LT 20 gefunden. Technics - wie manchmal vermutet - ist es eher nicht. Die Technics-Tangential-Dreher aus dieser Zeit haben eine völlig andere Tonarm-Konstruktion und zudem keinen Direkt- sonder einen Riemenantrieb. Sachdienliche Hinweise werden also gerne entgegen genommen... Garrard Zero 100 SB Anfang der 70er Jahre zunächst als Treibrad-Dreher erschienen, präsentierte der Zero 100 eine Weltneuheit: Er war der erste Plattenspieler, der mit einem - vom Prinzip her - normalen Tonarm, den tangentialen Spurfehlwinkel praktisch eliminierte. Während bei einem Plattenspieler mit einem (guten) Standard-Tonarm der maximale Fehlwinkel bis zu 2° betragen kann, wird beim Zero 100 über den gesamten Plattenradius der Fehlwinkel nicht größer als 0,5°! Das Konstruktionsprinzip ist dabei ebenso einfach wie genial: Der Tonkopf wurde genau über dem Tonabnehmersystem mittels Präzisionskugellager radial beweglich gemacht. Am Tonkopf befestigt, ist eine Aluminium-Stange welche - ebenfalls kugelgelagert - dafür  sorgt, dass die Kopfposition fast genau der Ideal- Linie folgt.   Das hier gezeigte Exemplar ist einer der Nachfolger des Zero 100 - der Zero 100 SB mit Riemenantrieb. Die bewährte Tonarm-Konstruktion ist die gleiche geblieben. Ungewöhnlich ist auch die Tonarm-Aufhängung. Das innere Element aus Aluminium welches die horizontalen Tonarm-Lager enthält, sitzt vertikal gelägert in einem massiven Plexiglas-Block. Darin enthalten, die - für Anfang der 70er Jahre - ebenso innovativ gelöste Antiskating-Vorrichtung. Während bei den meisten Herstellern die Skating-Kompensation über ein Gegen- gewicht oder mittel Federkraft ausgeführt wurde, wird die Wirkung beim Garrard völlig reibungsfrei magnetisch erzeugt. Antiskating-Einrichtung Die Skala links an der Tonarm-Halterung ist übrigens ein “Plattenzähler”! Jedesmal, wenn der Tonarm auf seine Stütze zurückkehrt, bewegt sich der rote Zeiger ein kleines Stück weiter nach oben. Das Erreichen der obersten roten Linie steht für 1600 abgespielte Plattenseiten und ermöglicht somit eine recht zuverlässige Beurteilung der Laufzeit einer Abtast-Nadel. Ebenfalls gut zu sehen: Direkt auf dem Alu-Tonarm die Skala für die Einstellung der Auflagekraft mittels Schiebegewicht. Der bewegliche Tonkopf mit dem Tonabnehmer- System: Hier ein ADC VLM MK II mit elliptisch geschliffenem Abtastdiamanten. Das System arbeitet nach dem MI (Moving Iron) Prinzip und erlaubt Auflagekräfte zwischen 1 und 2 Gramm. Das Bedienfeld der Zero-100 mit den Tasten für Start-Stop-Funktion, Ein- /Ausschalten des Motors und Tonarm-Lift. Der Zero-100 bei der Arbeit. Der Plattenspieler ist ungewöhnlich und bringt einige pfiffige Detail-Lösungen - allem voran der ungewöhnliche Zero-Tracking-Tonarm. Frei von Kritik ist er nicht. Gerade bei diesem Modell wurde bereits bei der Zarge gespart - Kunststoff statt Holz. Probleme scheint bei älteren Modellen auch oft der Motor zu machen. Wie bei meinen Zero-100 lösen sich dabei ein ringförmiger Magnet und eine Metallscheibe vom Rotor ab und klappern beim Lauf. Die äusserliche Behebung des Schadens ist dabei nicht das Problem. Mit einem temperatur- beständigen und hochfesten 2K-Kleber sitzt nach wenigen Minuten wieder alles bombenfest. Das eigentliche Problem liegt darin, dass der Rotor mit den aufgeklebten Teilen vorher dynamisch ausgewuchtet war. Damit nach dem erneuten Fixieren der Teile keine Unwucht störende Vibrationen verursacht, muss mit Augenmaß, Fingerspitzengefühl und einer Menge Glück gearbeitet werden. Ebenfalls eine pfiffige Lösung: Im Plattenspieler können direkt an der Anschlussplatine der Tonarmkabel Cinch-Stecker befestigt werden. Der Zero-100 SB hat bei seinem Erscheinen ca.600 DM gekostet. die kardanische Tonarm-Lagerung Das Tonabnehmersystem - hier ein ADC VLM MKII das Tastenfeld des Zero 100 ...working vorher        nachher ein Blick auf die Unterseite des Chassis Beim ersten Anblick dieses Plattenspielers weiß man einfach nicht so recht, wo man ihn einordnen soll. Es scheint, als hätten die Konstrukteure dieses Drehers - lange bevor man an Gen-Manipulation gedacht hat - "genetisches" Material mehrerer marktgängiger Plattenspieler zu diesem eigenartigen Gerät verschmolzen. Da findet man eine kardanische Tonarmaufhängung wie bei manchen Dual-Plattenspielern; einen Plattenteller mit Lochrand, der von ELAC seit könnte; eine Auflagekraft-Einstellung mittels Schiebegewicht am Tonarm, die von Philips - oder auch vom Lenco L85 bekannt ist. Die Haubenmechanik und die Headshell erinnern ebenfalls an Lenco ..- all das aber in einer deutlich weniger aufwendigen Ausführung als bei den (potentiellen) Ideengebern. BASF 8120 ... die Schimäre: "Organismus mit Erbinformationen verschiedener Individuen". Bedeutung auch: "Trugbild, Hirngespinst" Letztlich gibt aber auch das Innenleben keinen eindeutigen Hinweis darauf, wo dieser Plattenspieler gebaut wurde. In der Summe der "Ähnlichkeiten" scheint mir Lenco derzeit als der wahrscheinlichste Ursprung. Der Spieler ist ein Halbautomat mit Riemenantrieb durch einen 16-pol. Synchronmotor über einen Subteller aus Kunststoff. Das Metall-Chassis ist schwingungsgedämpft mit 4 Federelementen aufgehängt. Standard- Tonabnehmersystem war das Shure M 91 ED. Verkauft wurde der 8120 etwa ab Mitte der 70er Jahre und findet sich z.B. im Geräteprogramm der BASF von 1976 mit den folgenden technischen Werten:     Drehzahl: 33 1/3 und 45 U/Min     Feinregulierung (Pitch) für beide Drehzahlen getrennt: + / - 2 %     Gleichlaufschwankungen: </= 0,1 %     Rumpel-Geräuschspannungsabstand: >/= 60 dB     Rumpel-Fremdspannungsabstand: >/= 42 dB     Plattenteller: 305 mm Durchmesser, 1,8 kg Gewicht     Tonarmlänge: 227 mm     Auflagedruck: 0,5 - 4 p Alles in allem sind das keine schlechten Daten - aber sie sind auch nicht aufregend gut. Das Alleinstellungsmerkmal dieses Drehers ist die Tatsache, dass er der Einzige ist, der jemals unter dem Label BASF auf den Markt kam. Das macht ihn sammelnswert - sonst eigentlich nichts!